carebear

Das Carebear-Syndrom: Eine normale Beleidigung

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass eine Community von Gamern zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt. Doch das ist mehr Schein als Sein.

Vor allem bei neu angekündigten MMORPGs steppt oft der Bär in den Foren. Wird das Spiel PvP unterstützen und wenn ja, wird es Open PvP mit Full Loot sein oder richtet sich das Spiel eher an die Carebear-Fraktion? Man sieht sofort, PvP-Spieler, die nicht das bekommen, was sie gerne hätten, beginnen damit, die Spieler zu diffamieren, die eine andere Meinung vertreten und mit dieser eventuell ihr Wunschfeature „zerstören“ könnten.

Der Begriff Carebear beschreibt im Spielebereich die Gamer, die sich nicht an PvP und schon gar nicht an offenem PvP mit Full Loot beteiligen wollen. Der Begriff stammt aus der Zeichentrick-Serie „Die Glücksbärchis“, die im englischen Original „The Carebears“ heißen. Im Grunde ist es also als eine Art Beleidigung entstanden, um die Spieler, die nichts mit PvP anfangen können, mit Figuren aus einer Kinderserie gleichzusetzen.

Da sich der Begriff über die Jahre eingeschliffen hat, ist heute keinerlei Verständnis von Seiten der PvP-Fraktion mehr da, dass sich Spieler beleidigt fühlen, wenn man sie als Carebear bezeichnet. Es wäre doch inzwischen ein völlig normaler Begriff, der einfach nur eine Gruppe von Spieler beschreiben würde. Dabei ist es sogar noch schlimmer, wenn sich eine Beleidigung als ein feststehender Begriff durchgesetzt hat. Man denke nur an rassistische Bezeichnungen, die sich einschleifen und irgendwann als „normal“ angesehen werden. Eine Beleidigung bleibt eine Beleidigung, auch, wenn man sie über viele Jahre hinweg nutzt.

Es ist schade zu sehen, dass eine Community, die im Grunde dasselbe will – nämlich gute Spiele zusammen zu spielen – zu solchen Mitteln greift, um sich gegenseitig zu diffamieren. Wenn es selbst unter den Spieler zu solchen Beleidigungen kommt, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Computerspiele bei Außenstehenden und in der Gesellschaft noch immer keinen guten Stand haben.

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1 comment

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  1. Silber Stern 27 Januar, 2015 at 20:36 Antworten

    Comnunety kann man das in den Spielen heute nicht mehr nennen. dafür fehlt der Rspekt einander gegenüber. Vieles ist politisch gesteuert. Das merkt man am stärksten (seid mehreren jahren) in World of Tanks. Da gibt es dann prüche wie, „scheiß Nazis.“ ; „Putin ist der beste.“ und so Dinge. Manchmal hört man auch „scheiß Juden.“
    In anderen Spielen geht es mehr Rassenhetzerei. Das ist dann wehniger auf politischer ebene, sondern mehr auf religiöser ebene. Das Merkt man wiederum offt in MMO“RPGS“ als in so kriegsspielen.

    Das finde ich richtig schlimm…. Nur leider kann man dagegen heut zu tage nichts mehr machen. Die Politik und die religionen selber haben im indireckten sinne, viel zu viel Einfluss auf das selbstständige Handeln, leben und empfinden der Kinder zu tun. Der älteren Spieler generation im alter zwischen 50 und 80 mache ich da nur teilweise einen vorwurf, auch wenn sie daran nicht unbeteiligt sind. Immerhin haben sie die zeiten des zweiten weltkrieges und der nachkriegszeit voll miterlebt.

    Es berechtigt aber die generationen der letzten 12 Jahre in keinsterweise dazu so in Spielen miteinander um zu gehen.
    Es ist einfach nur schlimm. da mache ich mir echt riesen große Sorgen was meinem ein monate alten Neffen wohl in den nächsten 10 Jahren erwarten wird. das macht mir richtig angst…..
    ich hoffe bis dahin ist endlich mal einer mit der flachen hand durch unsere köpfe gefahren und die welt wieder friedlicher :(
    Ich schäme mich für meine Generation und die die danach kame….

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