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Europäische Kommission prüft Free to Play-Spiele

Die Europäische Kommission prüft derzeit, ob der Begriff Free to Play eine Irreführung der Kunden ist.

Viele Beschwerden von Kunden führten dazu, dass ein Ausschuss der Europäischen Kommission sich nun mit Spiele-Unternehmen und nationalen Vollzugsbehörden trifft, um über bessere Schutzmechanismen für Kunden zu diskutieren.

„Die Nutzung des Wortes „free“ (oder ähnlicher Begriffe) ohne angemessene Qualifikation sollte nur die solche Spiele benutzt werden dürfen, die komplett kostenlos sind – oder in anderen Worten, die keine Möglichkeiten bieten, sogenannte In-App-Käufe zu ermöglichen, auch nicht, wenn diese optional sind“, meint der Ausschuss. Weiterhin sagt der Beauftragte Neven Mimica: „Konsumenten und ganz besonders Kinder benötigen einen besseren Schutz gegen unvorhergesehene Kosten durch In-App-Käufe. Nationale Vollzugsbehörden und die Europäische Kommission diskutieren mit der Industrie, wie man dieses Problem angehen könnte, das nicht nur finanziellen Schaden bei den Konsumenten verursacht, sondern auch die Glaubwürdigkeit eines vielversprechenden Marktes gefährdet. Wenn wir so schnell wie möglich eine konkrete Lösung finden, dass wird dies eine Win-Win-Situation für alle sein.“

Die Europäische Kommission will nicht nur, dass das Wort „free“, also kostenlos, aus den Spielebezeichnungen entfernt wird, sondern auch, dass es im Spiel keine Aufforderungen mehr zu Käufen gibt. Außerdem sollen mögliche In-App-Käufe deutlicher gekennzeichnet werden, sodass man diese nicht mehr „aus Versehen“ tätigt. Ebenfalls sollte es eine prominente E-Mail-Adresse im Spiel geben, über welche sich Kunden an das Unternehmen wenden können, sofern sie Fragen haben. Die Europäische Kommission hofft darauf, dass es zu einer einheitlichen Meinung mit den Entwicklern und Publishern kommt, die das Problem verstehen und eine Lösung finden wollen, um den Kunden entgegen zu kommen.

Unter Umständen könnte dies das Ende der Bezeichnung „Free to Play“ mit sich bringen. Ob die Entwickler und Publisher davon so begeistert sind, darf bezweifelt werden.

Tags News

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1 comment

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  1. Hoto 1 März, 2014 at 11:31 Antworten

    Ich hab den Begriff eh immer gehasst, von daher absolut dafür, wenn dieser Begriff ausstirbt. Zu oft erlebt, wie vor allem jüngere Spieler immer wieder glauben das ein Spiel völlig für lau wäre und man nie Geld investieren müsste. In Wirklichkeit sind viele F2P Titel als kostenlose Version eingeschränkt oder gar nur eine umfangreiche Demo, will man das komplette Spiel, muss man oft ein monatliches Abo abschließen wie bei einem P2P Game. Spiele die so ein Abo nicht haben, sind dann meist direkt Pay to Win, sprich wenn du überhaupt was in dem Spiel erreichen willst, kaufe bestimmte Items im Itemshop.

    Genau genommen mag ich aber dieses ganze Business Model nicht, das nur darauf abzielt so viele Spieler wie nur irgend möglich anzulocken, sie „süchtig“ zu machen und dann dazu bringen Geld auszugeben. Oft steckt dahinter sogar nur die Absicht Spieler so schnell wie möglich dazu zu bringen Geld zu investieren ehe sie merken wie schlecht das Spiel eigentlich ist, also so lange die Spieler noch in ihrem ersten Hype drin stecken. Gerade bei MMORPGs ist das kritisch, weil oft machen die die ersten 1-2 Wochen noch Spaß ehe sich dann nach und nach die Schwächen immer deutlicher zeigen, doch dann ist es meist schon zu spät und man hat bereits (einiges) Geld ausgegeben.

    Vor allem leiden darunter auch die Spiele selbst, die nur drauf abzielen es allen recht machen zu wollen und es somit Niemandem wirklich recht machen, sprich sie sind weichgespült bis zum geht nicht mehr, man kann sie schier mit verbundenen Augen spielen. Herausforderung? Gibt es max. im PvP und da gewinnt selten der Bessere, sondern der mit der besseren Ausrüstung.(welche dann zu oft aus dem Itemshop kommt…).

    Aber ich bin eh langsam mit dem MMORPG Genre durch, wenn sich hier nicht schon allein in den Grundstrukturen etwas ändert, macht mir das Genre absolut keinen Spaß mehr. So lange aber die MMORPGs mit ihren Quest Hubs, „Jeder muss ALLES haben können, in kürzester Zeit und ohne wirklich etwas Geleistet zu haben“ und „Entscheidungen und Konsequenzen gehören nicht in ein MMORPG“ daher kommen, so lange werde ich mit dem Genre nichts mehr anfangen können, denn das sind bereits die Grundelemente, die ich nicht mehr sehen kann und ehrlich gesagt will ich mit Spielern, die so etwas auch noch gut finden, nichts zu tun haben, weswegen ich in MMORPGs die letzten Jahre immer mehr und mehr Solo unterwegs war. Nur genau dieses Konzept ist eben prima für F2P…

    Ich bin inzwischen eh schon so weit, dass wenn ich ein MMORPG spiele nur noch das tausendfach vergeudete Potential darin zu sehen und aktuell spiele ich gerade ArcheAge in Russland und da liegt dermaßen viel Potential brach und führt mir derart vor Augen wie sehr ich die obigen Dinge (Quest Hub usw.) nicht mehr sehen kann, das mir bereits schon wieder die Lust vergangen ist es weiter zu spielen. Sonst wäre ich nämlich jetzt am spielen statt hier zu schreiben. ;)

    Vielleicht bin ich aber auch selbst schuld, dass ich das alles so sehe, weil ich mir in 10 Jahren so dermaßen viel Gedanken über MMORPGs gemacht habe (inkl. einem Versuch selbst eines zu entwickeln), wie man ein MMORPG aufbauen und gewisse Dinge tausendmal besser umsetzen könnte, dass ich längst denke ein deutlich besseres MMORPG machen zu können als alles was aktuell auf dem Markt ist… nur wird das MMORPG eben kein Millionenseller, weil die Zielgruppe nicht „MMORPG Spieler“ heißt, sondern eine deutlich gezieltere Gruppe anspricht (wie z.B. EVE Online). Die einzige Frage wäre nur, ob dies überhaupt irgendwie finanzierbar wäre. Ich selbst könnte das aber eh nicht umsetzen, dazu fehlt mir inzwischen so ziemlich alles was ich dafür benötigen würde (inkl. Gesundheit). :/

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