EVE Online Mosaic Update

Fans von MMORPGs sollten öfters die rosarote Brille absetzen

Wer Fan eines Onlinegames ist, der verteidigt dieses natürlich. Doch schadet diese rosarote Brille nicht auch einem Spiel?

Fan sein bedeutet, dass man mit Herzblut bei einer Sache dabei ist. Das ist nicht nur auf den Gaming-Bereich beschränkt, sondern man dies auch alle Bereiche übertragen. Sport, Filme, Bücher, sogar der Kult um einzelne Personen führt dazu, dass Fans manchmal sogar zu Fanatikern werden. Man widmet sich so sehr einer Sache, dass sie zu einem Teil des Lebens wird.

Schaut man sich zum Beispiel die Community des Weltraum MMOs EVE Online an, so sind die Fans dermaßen in das Spiel involviert, dass man sogar die Entwickler verbal angreift, wenn diese zu sehr in das Spiel eingreifen. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Onlinegame Shroud of the Avatar. Auch dort tragen sehr viele Fans eine rosarote Brille und verteidigen alles rund um das Spiel.

Das ist einerseits natürlich verständlich, kann auf der anderen Seite aber auch schädlich sein. Denn ein Spiel muss sich weiterentwickeln, da Stagnation bedeutet, dass es sich nur noch an eine kleine Nische von alteingesessenen Fans richtet, die mit dem Status zufrieden sind. Damit kann man aber auf Dauer kein Onlinegame betreiben. Nur wenige Spieler werden die Kosten nicht decken können. Im Fall von Shroud of the Avatar hätten die Entwickler nun die Möglichkeit, ein Spiel zu entwickeln, welches sich an eine breitere Zielgruppe richtet. Immerhin möchte man sowohl ein Single Player RPG als auch ein MMORPG sein. Doch die Community versteift sich auf bestimmte Bereiche wie Housing, PvP und Crafting und setzt hier die rosarote Brille auf. Man sieht das Umfeld nicht mehr und man erkennt nicht mehr, was schief läuft, sondern bestärkt die Entwickler noch darin, zum teil fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Damit entwickelt man aber wieder genau für eine kleine Nische, von der überhaupt nicht sicher ist, ob sie das Spiel auf längere Sicht tragen kann.

Fans eines MMOs müssen also offener sein und sich nicht auf das versteifen, was sie für richtig halten. Denn das könnte genau falsch sein. Ein Fan zu sein heißt nämlich nicht, dafür zu sorgen, dass etwas keinen Erfolg hat.

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