Shroud of the Avatar Combat Screenshot

Metagame bei MMORPGs – Ist die Community wichtiger als das Spiel?

Kürzlich habe ich etwas Interessantes gelesen, in einem Artikel darüber, dass der Release eines MMORPGs durch Early Access, Betas und Soft Launches immer weiter verwässert wird. Das eigentliche Metagame sei aber etwas anderes.

In dem Artikel ging es darum, ob ein Spiel, das für jeden zugänglich ist und Geld kostet nicht als „gestartet“ zählen sollte. Dabei machte ein Leser eine interessante Bemerkung.

Er erklärte, dass heutzutage das eigentliche Spiel nicht mehr so sehr im Fokus steht, wie das früher der Fall war. Wird ein MMO heute offen entwickelt und in einer Early Access Phase unfertig veröffentlicht, dann wird dies von sehr vielen akzeptiert. Unter anderem, weil sie vor vielen anderen spielen können und weil sie in einer frühen Phase Feedback geben und so aktiv an der Entwicklung des Spiels beteiligt sein können. Aber auch wegen der Community. Schon vor dem offiziellen Launch eines Spiels bildet sich eine Community. Man diskutiert in Foren und anderen Social Media Kanälen, spielt Forenspiele, streitet sich und trifft sich im unfertigen Spiel für Parties oder andere Events.

Der Leser bezeichnete dies als Metagame. Das eigentliche Computerspiel rücken in den Hintergrund und die sozialen Aktivitäten außerhalb des Spiels, die aber durch das Spiel geprägt werden, stehen im Fokus. Man könnte diese Kommunikation mit der Community und den Entwicklern, sowie das Feedback, das man zum unfertigen Produkt abgibt, als eine Art „Spiel“ bezeichnen. Dafür gibt man eigentlich das Geld und akzeptiert es, dass das eigentliche Produkt noch weit von einer Fertigstellung entfernt ist. Man findet Freunde, tauscht sich aus, entwickelt gemeinsam neue Ideen, ärgert sich und kommuniziert. Dies ist für sehr viele Gamer extrem wichtig. Vielleicht sogar fast wichtiger als das eigentliche Spiel an sich.

Es hat sich ein Metagame zum eigentlichen Spiel entwickelt, das nur dadurch möglich geworden ist, da immer mehr Spieleentwickler ihre Games unfertig veröffentlichen.

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2 comments

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  1. Daalung 23 Juli, 2016 at 16:24 Antworten

    Finde ich jetzt nicht. Wenn ich chatten will, nehm ich ein Chatprogramm und kein MMO.
    Und MEINER Meinung nach sind diese Drecks-EA-Veröffentlichungen nur ein weiterer Versuch Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein paar laufen 1-2 Jahre in der EA und verschwinden dann sang und klanglos, die meisten EA-Titel die ich unter Beobachtung hatte sind schon nach 6 Monaten aus dem Verkehr gezogen worden. Fertiggestellt und aus der EA in die Beta sind vielleicht 1% der Spiele…wer für einen EA-Titel zahlt ist sowas von dumm und kann das Geld auch gleich verbrennen. Und wenn ich dann schon seh das EA-Titel mit „Lifetime“-Abo werben obwohl das Spiel noch nichtmal läuft und schon TESTSERVER geschlossen werden, wegen zu wenig Spielern, dann könnte ich nur noch kotzen…
    für MICH ist das Spiel wichtig, nicht die Community….“Freunde“ finden sich von allein und meine Feststellung aus über 20 Jahren Onlinespiele (ging mit UO los damals) ist die, das die Community-Qualität in den meisten Spielen sowieso in den Keller geht.
    Geflame, Beleidigungen, Drohungen, Killsteal, Newbis killen (wenns PvP-mässig möglich ist; und das ists in vielen Spielen) und dergleichen mehr sorgen zumindest bei mir dafür das ich mir mögliche „Freunde“ sehr genau anschau in einem Spiel.
    Und mal ehrlich? man braucht eh keine IG-Freunde mehr da fast alle Spiele auf diesen Schwachsinnszug namens „dungeon/Raid/pvp“-Finder aufgesprungen sind, indem man sich für ne bestimmten Inhalt anmeldet und mit anderen in einen Topf geworfen wird und somit die Inis/raids/Schlachtfelder/wasauchimmer gundsätzlich sowieso immer mit neuen Leuten rennt. Und ausserhalb von diesen macht man ohnehin alles Solo, selbst bei Gilden mit 50+ Mitgliedern bekommt man in der Regel auf Fragen keine Antworten und/oder Hilfe und Gildenunterhaltungen kann man an einem Abend locker an einer Hand abzählen. in den offenen Channeln sieht man dagegen nur das albekannte Geflame/Beleidigungen usw….

  2. Myrcello 2 August, 2016 at 07:37 Antworten

    Eine Community wie bei Shroud of the Avatar täuscht.
    Die Tatsache das hier jeder aktive den anderen im Forum kennt beruht weniger auf einer besonders engen Bindung. Es hat mehr mit geringer Anzahl zu tun.
    Als ich von SotA zu Black Desert wechselte war man sofort einer von VIELEN im Forum.
    Bei SotA bilden die Entwickler und die max. 50 sehr aktiven Fans das Bild der Community.

    Sobald aber ein Spiel erfolgreich ist wird die Spielerzahl so gross das anonymität ausbricht.
    Die Entwickler können keine Einzelnen Spieler meht rauspicken.
    Es sind dann tausende die positive Beiträge machen.

    Das Spiel ist dann so wie man sich ein wahres MMO vorstellt: Eine virtuelle Welt für viele. Das Spiel ist eine reine Platform auf der sich unzählige kleine und grosse Communities bilden.

    Ein Spiel wo nur wenige das Bild der Community bilden läuft Gefahr das die Entwickler einseitig sich auf diese ausrichten.
    Es bilden sich Intriegen, Eiversucht und Machtspiele.

    Mir ist es lieber wenn ich im Forum poste und mein Beitrag innerhalb 3 Minuten auf seite 3 ist.

    Dann weiss ich das ein Spiel „erfolgreich eine Platform“ für viele geschaffen“ hat die mit unterschiedlichem Geldbeutel und Zeit und vorlieben sich ausleben kann.

    Das Spiel und die Communicationsart der Entwickler und das Businessmodel ist die Platform auf der sich das Metagame aufbaut.

    Es ist nicht die Community die das Metagame aufbaut. Sie ist das Ergebnis davon.

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