Blade and Soul

Richten sich MMORPGs nur noch an eine Nischenkundschaft?

Der Erfolg von MMORPGs hat viel von seinem einstigen Glanz eingebüßt. Obwohl auch heute noch Millionen begeistert Abenteuer in Onlinewelten erleben, sind die Zahlen bei Weitem nicht mehr so gut wie früher.

World of Warcraft etwa war der Genreprimus mit 12 Millionen aktiven Spielern zu Glanzzeiten. Heute liegen die offiziellen Zahlen bei rund 5,5 Millionen. Damit hat das MMO mehr als die Hälfte seiner Spieler verloren.

Andere Online-RPGs starten zu Beginn sehr stark, nur um dann viele Spieler zu verlieren: jüngstes Beispiel hierfür ist Blade & Soul. Gestartet am 19. Januar mit vollen Servern, berichten die Spieler nun, dass es inzwischen schwer geworden ist, Mitspieler zu finden. Man geht davon aus, dass sich die Zahlen irgendwann einpendeln, wenn das MMO seine Nische gefunden hat. Dasselbe Spiel bei Wildstar und anderen. Selbst The Elder Scrolls Online erreicht kein Multimillionen-Publikum eines WoW.

Über die möglichen Gründe wurde viel gesprochen: Einstige Spieler sind älter geworden, haben Familien und Jobs und generell weniger Zeit, sich lange Zeit mit einem Spiel zu beschäftigen. Jüngere Spieler wollen lieber schnelle Erfolgserlebnisse in kurzen Games und spielen daher lieber MOBAs, Sammelkartenspiele oder Mobile Games. MMORPGs sind natürlich noch immer erfolgreich, denn das Genre wird immer Spieler anlocken, die sich etwas mehr von einem Onlinegame erhoffen und die gerne viel Zeit in ein Spiel investieren. Doch der Boom ist vorbei, der große Wow-Effekt eines neuen Genres, das riesige Möglichkeiten eröffnet. Alles pendelt sich ein und MMORPGs richten sich nunmal wie jedes Genre an eine bestimmte Zielgruppe. Diese Zielgruppe mag momentan etwas nischenhaft anmuten – vielleicht, weil sich ein wenig Übersättigung eingestellt hat. Doch ganz verschwinden wird das Genre nicht und irgendwann wird es vielleicht auch wieder mehr aufblühen. Ob man die Zeiten von einst wieder erreichen kann, ist eher fragwürdig. Eine Nische zu sein, kann aber auch Vorteile haben, denn so findet man verstärkt die Spieler, welche die ganze Sache wirklich ernst nehmen.

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2 comments

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  1. Andreas 10 Februar, 2016 at 18:17 Antworten

    Nein, das Problem liegt daran das die Betreiber einfach keine guten MMORPG mehr hinbekommen. Wie kann es sein das es nichts vergleichbares zu WoW gibt nach über 10 Jahren? und WoW hat nur deshalb soviele Spieler verloren, weil es von einem forderndem PVE-Fantasy-Spiel zu einem „wasweissich0815“-Spiel verkommen ist, da Blizzard scheinbar voraussetzt das die Spieler nur noch gehirnamputierte Zombis sind. Früher musst man bei dem Spiel auch mal was denken (Fertigkeitsbaum zb) und Taktiken entwickeln (Schlachtzugsbosse). Dank ein paar PVP-Idioten wurden aber die Klassen immer wieder so generft, das sie schliesslich teilweise auch im PvE sinnlos wurden (ich sag nur Druidentank). um das auszugleichen hat Blizzard die Inis/Schlachtzüge dermassen leicht gemacht, das man da nur noch draufhalten muss. Keinerlei Herausforderung, kein Denken, nichts—hinstellen, schiessen, das wars. Während man zu Classiczeiten mehrere Monate brauchte um sein Endgear zu bekommen, so hat mans jetzt nach 2 Wochen…
    Dann haben sie ihre tolle Garnison ins Spiel gebracht die dafür sorgte das man a) Inis und Schlachtzüge gar nicht mehr besuchen braucht, weil die NPC-Anhänger das Zeug auch offline besorgen (ausser man will das Zeug innerhalb 2 Wochen, weil die Anhänger brauchen dafür ca 1,5 Monate), haben die Berufe mal eben entwertet weil das ebenfalls die NPC-Anhänger noch machen. von der Altersvoraussetzung 12+ ist das Spiel mittlerweile zu einem 4- verkommen, weil selbst Babys können die Tasten wahllos drücken und machen trotzdem nichts falsch…
    Es gab Spiele die eine echte Konkurrenz für WoW hätten werden können, aber durch deren Kurzsichtigkeit was das Endkontent anging und diesem mehr als dämlichen „open pvp“ sind auch diese Spiele nahezu entvölkert (ich hab nichst gegen pvp wenns dabei gesittet zugeht, was aber selten der Fall. es macht einfach keinen Spass, wenn man als level 20 in seinem gebiet questen will und dann zig Maxlevel genau da rumhängen und die kleinen abkillen..siehe Aion und Archage zb)—was bringts mir wenn ich einen Char innerhalb von 1 Monat bei WENIG Spielen auf Max-Level habe und mit diesem nichts mehr anfangen kann, weils ausser einer Ini, 2 Schlachtfeldern und 5 Daylies nichts mehr zu tun gab.
    Und was machen dann genug Leute? gehen eben mit diesen Chars, mit dem sie nichts mehr anfangen können in die Gebiete der Low-level und killen dann dann die Low-level und/oder deren Questgeber und versauen somit dem „Nachwuchs“ das Spiel ansich. Wer lässt sich schon gerne ohne den Hauch einer Chance abschlachten und das immer wieder und dann wundern sich die leute warum immer mehr Spieler gehen bzw. nicht weiterspielen….

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