Warum das Abo-Modell nicht mehr funktioniert

The Elder Scrolls Online, eines der größten MMORPGs der letzten Zeit, steigt vom Abo-Modell auf ein Buy2Play-Modell um. Funktionieren Abos nicht mehr?

Abos haben einen entscheidenden Nachteil: Man muss bezahlen, auch, wenn man nicht spielt. Man steht also aufgrund des Betrages, den man monatlich bezahlen muss, unter ständigem Druck, so viel wie möglich spielen zu müssen, sodass es sich auch „lohnt“, das Geld dafür auszugeben.

Dies jedoch schränkt die Felixibilität stark ein. Man sollte ein Spiel spielen WOLLEN und sich nicht dazu gezwungen fühlen. Warum funktioniert ein Abo dann bei World of Warcraft, EVE Online oder Final Fantasy XIV: A Realm Reborn? World of Warcraft erschien zu einer Zeit, als es für Onlinespiele keine Alternativen für ein Abo gab. Zudem hatte WoW den Vorteil, durch das vereinfachte Spielprinzip das Genre für neue Spieler zu öffnen. Damit konnte das MMORPG zu jener Zeit eine riesige Community generieren, die dem Spiel auch heute noch treu und bereit dazu ist, die Abogebühren zu bezahlen. EVE Online stellt auch einen Sonderfall dar. Zum einen ist es eines der wenigen Weltraum-MMOs, zum anderen eine Sandbox, in der die Spieler über so gut wie alles selbst bestimmen. Hier investieren viele Spieler sehr viel Zeit, um etwas im Spiel zu erreichen, das große Auswirkungen hat. Dennoch ist EVE Online auch ein Nischentitel, der durch den hohen Schwierigkeitsgrad abschreckt. Final Fantasy XIV dagegen setzt voll auf die Marke Final Fantasy, die vor allem im asiatischen Bereich so enorm beliebt ist, dass die Fans bereit dazu sind, ein Abo abzuschließen.

Allerdings möchten diejenigen, die bereits ein Abo – etwa für WoW oder Final Fantasy XIV – haben, nicht noch Geld für ein zweites Abo ausgeben. Dies hängt auch wieder mit der Flexibilität zusammen. Wenn man schon möglichst viel Zeit in ein MMORPG investieren muss, sodass sich das Abo lohnt, woher soll man die Zeit nehmen, um die Spielzeit aufzubringen, die man für das zweite Abo benötigt?

Free2Play- oder Buy2Play-Modelle sind deutlich flexibler. Man bezahlt entweder wenn man Lust hat im Item-Shop oder einmalig für das Spiel und kann dann nach seinem eigenen Rhythmus spielen. Hinzu kommt auch, dass immer mehr Entwickler ihren Blick auf Konsolenspieler werfen. Immer mehr MMOs erscheinen für Playstation 4 und Xbox One. Da diese Spieler aber schon ein Abo für ihren Netzwerk-Dienst wie PSN oder Xbox Live bezahlen müssen, um online spielen zu können, sind diese Spieler eher nicht dazu bereit, noch zusätzlich ein oder sogar mehr weitere Abos für die entsprechenden Spiele abzuschließen. Will man den Konsolenmarkt also auch erreichen, dann geht es wohl nur ohne das Abo-Modell.

So kann man durchaus sagen, dass das Abo-Modell heute eher schwierig für Spiele umzusetzen ist. Vielleicht erreicht man damit noch eine Nische von Spielern, die bereit dazu sind, für ein ganz bestimmtes Konzept monatliche Gebühren zu bezahlen, die Masse wird man mit einem Abo aber eher nicht mehr erreichen.

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