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Warum ein Abomodell bei MMORPGs heute ein Risiko ist

Abos schienen lange Zeit DIE Bezahlmethode für MMORPGs zu sein und die Zahlungsart hat auch Vorteile. Doch führte sie selbst zu ihrem eigenen Untergang.

Abos für ein MMORPG sind heute kaum noch tragbar, weil nur wenige Gamer dies akzeptieren würden.

Wer ein Abo für ein MMO abschließt, der tut dies bewusst. Er ist überzeugt vom Spiel und möchte sehr viel Zeit damit verbringen. Abos schrecken zudem diejenigen ab, die das Spiel nicht wirklich ernst nehmen oder sich sogar einen Spaß daraus machen, andere Spieler nur ärgern zu wollen. Diejenigen, die es wirklich ernst meinen, sind also bei einem Abospiel unter sich, was die Community stärkt und zu einem besseren Spielerlebnis führt.

Allerdings haben Abos auch Nachteile. Zum einen muss man sich wirklich sicher sein, dass man viel Zeit im Spiel verbringt, sodass sich der monatliche Betrag auch lohnt. Wer nur selten dazu kommt, mal ins MMO zu schauen, der wird sich eher ärgern, wenn er monatlich dafür bezahlt, aber kaum etwas davon hat. Die Flexibilität wird etwas eingeschränkt. Man fühlt sich gezwungen, zu spielen, weil man ja jeden Monat Geld dafür ausgibt. Mit einem Buy2Play- oder Free2Play-Modell ist man deutlich flexibler.

Ein weiterer Nachteil ist, dass das Abosystem das Genre beinahe kaputt gemacht hätte. Kaum jemand möchte auf lange Sicht mehrere Abos für mehrere Spiele abschließen müssen. Denn dann bezahlt man monatlich für mehrere Games und man muss schauen, wie man seine Zeit einteilt, ohne dass man das Gefühl bekommt, für eines „umsonst“ zu bezahlen. Dies mit Job und Familie zu vereinbaren, ist schwierig. Man legt sich also auf ein MMO fest. World of Warcraft hat gezeigt, wie problematisch dies sein kann. Als WoW auf den Markt kam, brach der Umsatz in der Gamesbranche spürbar ein. Millionen an Gamern zockten WoW, verbrachten den Großteil ihrer Freizeit darin und bezahlten dafür die Abogebühren. Andere Spiele hatten es extrem schwer. Dies wurde auch sehr schnell bemerkt und es dauerte nicht lange, bis andere MMOs wie beispielsweise Guild Wars auf ein alternatives Bezahlmodell setzten. Als dann Free2Play aufkam, wechselten die Spieler auch wieder zu anderen Spielen, die dadurch wieder erfolgreich werden konnten.

Ein Abomodell heutzutage ist bestenfalls schwierig umzusetzen. Spieler wollen Flexibilität, sie wollen nicht das Gefühl haben, spielen zu müssen, weil sie sonst die Abogebühren umsonst bezahlen. Man möchte sich auch andere Games ansehen, auch mal länger und nicht gleich ein weiteres Abo abschließen müssen. Natürlich fordern noch immer Gamer, dass es wieder MMOs mit Abo geben soll, um für eine starke Community in den Spielen zu sorgen. Doch das ist eine Minderheit und Entwicklerstudios würden mit diesem Bezahlmodell ein sehr großes Risiko eingehen. Denn man würde sich an eine Nische richten, eine relativ kleine Anzahl an Spielern. Bei den hohen Produktionskosten, die MMOs mit sich bringen, wäre es nicht einfach, diese Kosten wieder zu decken und den Betrieb aufrecht zu erhalten.

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