Skyforge PvP Screenshot

Zerstören PvP Spieler das MMO-Genre?

Ich habe kürzlich eine interessante Diskussion verfolgt, in der es darum ging, ob PvP Spieler das Genre der MMORPG langsam zerstören.

PvP ist so eine Sache. Viele Gamer wollen sich mit anderen Spielern messen, doch die Umstände, welche das PvP umgibt und die Mentalität vieler Gamer machen es schwierig, für Fairness zu sorgen.

Man schaue sich MMORPGs mit offenem PvP wie die erste Version von Ultima Online an: Jeder konnte jeden überall und jederzeit angreifen und dem Besiegten sein ganzes Hab und Gut wegnehmen. Dies führte zu Massenschlachten, kaum jemand traute sich noch, die Städte zu verlassen, viele hatten keine Lust mehr, überhaupt noch zu spielen, weil Gruppen Spielern sich einen Spaß daraus gemacht hatten, vor allem Neulinge anzugreifen und niederzumachen – und das immer und immer wieder.

Diese prägende Erfahrung führte dazu, dass PvP in vielen Spielen nur noch unter bestimmten Regeln und in bestimmten Gebieten möglich war. Inzwischen ist es sogar schon so, dass man Spieler auf eine gemeinsame Stufe hebt, sodass die Kämpfe unter denselben Voraussetzungen stattfinden können. Natürlich führt dies zu Beschwerden vieler PvP Fans, die sich die „alten Tage“ zurück wünschen, die viele Freiheiten und das „Risk vs Reward“ Prinzip boten. Wer etwas erreichen wollte, der musste eben das Risiko eingehen, in der Wildnis überfallen zu werden. Allerdings hat sich gezeigt, dass gerade die Spiele, die eben nicht den Fokus auf PvP setzen und welche strenge Regeln für die Kämpfe von Spielern gegen Spieler nutzen, deutlich erfolgreicher sind. Ganz einfach, weil sie eine breitere Zielgruppe ansprechen, die für mehr Einnahmen sorgen. Und diese Einnahmen sind wichtig, da der Betrieb und die Weiterentwicklung eines MMOs viel Geld kosten. 

MMORPGs, die sich an PvP Spieler richten fristen in der Regel ein Nischendasein und kämpfen damit, überleben zu können. Die meisten wünschen sich eben Fairness und ein ungestörtes Spielen und leider zeigt es sich immer wieder, denn Spieler jede Freiheit ausnutzen und wenn die Möglichkeit besteht, dass man als hochstufiger Charakter neue und niedrigstufige Spieler immer und immer wieder angreifen und ihnen so den Spaß vermiesen kann, dann finden sich immer Spieler, die dies gerne tun. Von daher ist die Aussage, dass PvP Spieler das Genre „zertören“ zwar deutlich übertrieben, ein Fünkchen Wahrheit steckt allerdings doch drin.

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4 comments

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  1. Talumar 17 Juni, 2016 at 11:56 Antworten

    Das einige PvPler gern auch Spieler metzeln, die gerade lieber ohne PvP wären, halte ich spieltechnisch noch nicht mal für das größte Problem. Schlimmer ist für mich, das für PvP jede Klasse praktisch gleichstark mit den anderen sein muss. Denn das verhindert echtes RP, hat meines Erachtens das alte Gruppenspiel mit Tank, Heiler und DDler zerstört. Egal wie winzig und eingeschränkt das PvP in einem Spiel ist, der Zwang zur Gleichmacherei ist immer vorhanden und beeinträchtigt somit jeden, der nur PvE will.

  2. lutz 17 Juni, 2016 at 18:41 Antworten

    Der Titel sollte heißen Zerstören PvE Spieler das MMO-Genre? Leider hast du aber recht die breite Masse will ausschließlich nur PVE spielen. Schade eigentlich von mir aus könnte jedes Game fullloot pvp haben sogar sie wo man für sein Equip Monate braucht um es zusammen zu farmen.

  3. Myri 17 Juni, 2016 at 19:05 Antworten

    Schöner Artikel, hast Du auch eine Idee wie man Publisher überzeugt mal wieder ein reines PvE-mmorpg auf den Markt zu bringen?

    Meine große Hoffnung Everquest Next wurde eingestellt. Bless wird aus dem Osten kommend sicher PvP beinhalten und dadurch zerstört werden. Kommt noch irgendetwas?

  4. Braun 21 Juni, 2016 at 13:05 Antworten

    Aus meiner Sicht ein zweischneidiges Schwert.
    Bei Destiny ist mir der PvP-Modus eine gern gespielte Abwechslung, bei Division fand ich es furchtbar.
    Sich mit anderen Spielern zu messen macht schon grundsätzlich Spass; die künstliche Unintelligenz fordert einen eben nicht so, wie das ein echter Gegenspieler tut. Und da kommts dann (für mich) auf den Verlauf und die Konsequenzen an: Leuten, die sich nur über andere erheben wollen, stehe ich nicht zur Verfügung und die fleißig eingesammelten Dinge (Loot, Exp) geb ich nicht gern drein, nur weils mal nicht läuft.
    Ich zocke ja in erster Linie für mich.

    – Ich stelle mir grad vor, das wär beim Fußball so: Die Verlierer müssten dem Gewinner was vom Gehalt abgeben … –

    Mir ist aber trozdem (jetzt nochmal explizit zur anderen Seite) nicht klar, warum von „zerstören“ die Rede ist. Hier hat sich doch nur was verändert.
    Die Optionen für Leute, die gern schärfere PvP-Modi hätten sind kleiner geworden; ja. Das sind offenbar (zu) wenige. Haben die Spiele mit entschärftem PvP darunter gelitten?

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