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Ziehen sich MMO-Entwickler mit Survivalgames aus der Affäre?

Survivalgames boomen zur Zeit und doch fragt man sich, ob es sich Spieleentwickler mit diesen Games nicht zu einfach machen.

Ein Survivalgame hat keine Quests, keine sich entwickelnde Geschichte und braucht daher auch kein wirkliches Dialogsystem und kein Questsystem.

In einem Survival-MMO wird man in eine Sandbox-Welt geworfen, in der man auf sich gestellt ist. Was man tut und wie man überlebt, bleibt einem selbst überlassen. Die Entwickler stellen die Welt zur Verfügung sowie die Systeme und Tools, damit Spieler in dieser Welt walten können. Wer allerdings eine spannende Geschichte sucht, Quests erledigen will, Raids durchführen oder Dungeons nach Artefakten durchkämmen, der ist fehl am Platz. Denn das gibt es in der Regel nicht in einem Survivalgame.

Klar, dafür genießen die Spieler größere Freiheiten. Sie können sich im Prinzip ihre eigene Geschichte machen. Sie sind frei in dem, was sie tun können und wie sich die Abenteuer und ihr Charakter entwickelt. Allerdings wäre das auch so, als würde man ein Buch mit leeren Seiten lesen. Zwar kann man seine eigenen Taten hineinschreiben, wirkliche Geschichten fehlen aber. Was wäre Der Herr der Ringe ohne die Bedrohung durch Sauron? Ohne die Schlacht um Helms Klamm? Was wäre passiert, wenn Aragorn nicht den Pfad der Toten gegangen wäre, weil es eben keine Hintergrundgeschichte über die Untoten dort gegeben hätte?

Eine Sandbox-Welt mit großen Freiheiten ist immer gut. Denn Spieler wollen und brauchen Freiheiten, Dinge so zu tun, wie sie es wollen. Dafür aber auf spannende Geschichten zu verzichten, interessante Missionen, welche der Welt Leben und Tiefe verleihen? Machen es sich Spieleentwickler nicht etwas zu einfach, wenn man dies alles weglässt und die Spieler nur ihre eigenen Geschichten erleben lässt?  Denn diese sind in einer Welt ohne Hintergrund, ohne Tiefe, ohne Bösewichte und spannende Abenteuer stark begrenzt. Es geht ums Überleben, nicht darum, eine ausgearbeitete Welt kennenzulernen und einen finsteren Gott zu besiegen. Das muss natürlich auch nicht immer der Fall sein und Abwechslung tut gut, doch mit der Fülle an Survivalgames, die auf uns zukommt, könnten gute Geschichten einfach auf der Strecke bleiben.

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